Aufgrund der derzeitigen Situation finden in diesem Semester leider keine Vorträge, Konferenzen und ähnliche Veranstaltungen statt.
Auf dieser Seite erhalten Sie Einblick in zurückliegende Veranstaltungen des Instituts durch Bilder und Berichte.

Menschen sitzen und hören einem Vortrag zu
Studierende lauschen einem Vortrag, Foto: Colourbox

Am 25. Mai 2020, 17:00 Uhr, findet die Dissertationsverteidigung von Frau Christiane Domtera-Schleichardt statt. Sie wird für die Öffentlichkeit über BigBlueButton zugänglich sein. Wenn Sie teilnehmen möchten, erfragen Sie bitte nähere Informationen im Dekanat.

Bereits jetzt im Terminplaner vormerken: Die Studientage der Fakultät finden immer am dritten Montag im Januar statt. Für den 18. Januar 2021 lädt die Theologische Fakultät also zum dann vierten Studientag ein. Thema des Studientags und detailliertes Programm werden im Herbst 2020 bekanntgegeben.

Rückblick auf vergangene Veranstaltungen

„Gottes Wort und Luthers Lehr vergehen nie und nimmermehr“? Luthers Hauptschriften von 1520 heute gelesen

Bericht vom 3. Studientag an der Theologischen Fakultät

Was können uns die sogenannten „reformatorischen Hauptschriften“ Martin Luthers 500 Jahre nach Ihrer Entstehung noch sagen?

Diese Frage stand im Zentrum des mittlerweile dritten Studientages, zu dem die Theologische Fakultät am 20. Januar 2020 in Kooperation mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens nach Leipzig einlud. Rund 80 Pfarrerinnen und Pfarrer der Landeskirche, ehrenamtlich im Verkündigungsdienst Tätige und Theologiestudierende der Fakultät sind der Einladung in die Propsteikirche St. Trinitatis gefolgt.

Im Eröffnungsvortrag ordnete Prof. Dr. Armin Kohnle, Inhaber des Lehrstuhls für Spätmittelalter, Reformation und Territoriale Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät Leipzig, die „reformatorischen Hauptschriften“ in den Kontext ihrer Entstehungszeit ein. Ausgehend von Martin Luthers eigenen Zweifeln, ob man einige seiner Werke für bedeutender als andere erachten solle, zeichnete Kohnle die Entstehungsgeschichte der "Hauptschriften" nach und fasste die darin umrissenen Eckpfeiler von Luthers Theologie, Ekklesiologie und Ethik prägnant zusammen:

  • In „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“, formulierte Luther konkrete Reformvorschläge für die Kirche im Sinne des „Priestertums aller Gläubigen“.
  • ImTraktat „Über die Freiheit eines Christenmenschen“, entwickelte Luther seine Lehre von der Freiheit durch die Rechtfertigung allein aus Glauben bei gleichzeitiger Gebundenheit in Liebe gegenüber dem Nächsten.
  • In„De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“ (Vorspiel zur Babylonischen Gefangenschaft der Kirche), reduzierte dem Luther die Zahl der Sakramente von sieben auf zwei: nur Taufe und Abendmahl besaßen für ihn noch sakramentalen Charakter.
  • Zum Teil wird auch „Der Sermon von den guten Werken“,  zu den "Hauptschriften" gezählt,in dem Luther anhand einer Auslegung der Zehn Gebote das Verhältnis von Glauben und Werken neu bestimmte.

Kohnle machte deutlich, dass Luther im Jahr 1520 mit seiner atemberaubenden Produktivität zugleich einen Kulminationspunkt seiner theologischen Entwicklung erreichte, sich im Vergleich zu Luthers Spätschriften jedoch noch durchaus wahrnehmbare theologische Differenzen ausmachen lassen.

PD Dr. Christian Witt (Leibniz Institut für Europäische Geschichte Mainz) widmete sich im zweiten Vortrag der Rezeption von Luthers „Hauptschriften“, indem er eine überblicksartige Geschichte der Kanonisierung ebenjener Werke entfaltete. Er arbeitete anschaulich heraus, dass sich der Kanon der heute als „reformatorische Hauptschriften“ geltenden Veröffentlichungen Luthers erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts herausbildete und dabei auch ein Produkt deutscher protestantischer Selbstvergewisserung im Jahrhundert des aufkommenden Nationalprotestantismus darstellt.

Nach einer Stärkung in der Mittagspause, die den Tagungsgästen zugleich ausreichend Zeit für Gespräche und zur Begutachtung des Angebots zahlreicher theologischer Verlage bot, widmeten sich die insgesamt sechs Workshops am Nachmittag einzelnen „Hauptschriften“ oder darin verhandelten Themenfeldern. In den Workshops diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Leidenschaft beispielsweise über Fragen des Amtsverständnisses als Pfarrer oder Pfarrerin, über die Relevanz von Luthers Freiheitsverständnis in der heutigen Leistungsgesellschaft oder den Stellenwert der Berufung auf das Gewissen in politischen und innerkirchlichen Debatten. Nach dem Reisesegen traten die Studientagsteilnehmerinnen und -teilnehmer – um zahlreiche Erkenntnisse und Begegnungen reicher – wieder den Heimweg an. Oder um es mit den Worten einer Teilnehmerin zu sagen: „Es war ein sehr interessanter Studientag! Sehr gute Vorträge, gute Workshops, gute Organisation. DANKE!“

All jenen, die beim Studientag nicht anwesend sein konnten, aber dennoch Interesse am Tagungsthema haben, sei das Eingangsreferat von Armin Kohnle empfohlen, das aufgezeichnet wurde.

Der Vortrag von Christian V. Witt wird voraussichtlich im Heft 3/2020 von "LUTHER. Zeitschrift der Luther-Gesellschaft" in gedruckter Fassung erscheinen.

 

Hauptschrift Martin Luthers: An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung
Hauptschrift Martin Luthers: An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung
Hauptschrift Martin Luthers "De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium" (Vorspiel zur Babylonischen Gefangenschaft der Kirche)
Hauptschrift Martin Luthers "De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium" (Vorspiel zur Babylonischen Gefangenschaft der Kirche)
Hauptschrift Martin Luthers: Von der Freiheit eines Christenmenschen
Hauptschrift Martin Luthers: Von der Freiheit eines Christenmenschen
Hauptschrift Martin Luthers: Der Sermon von den guten Werken
Hauptschrift Martin Luthers: Der Sermon von den guten Werken
Prof. Fitschen während seines Vortrags bei der Tagung im GAW.
Prof. Fitschen während seines Vortrags bei der Tagung im GAW.

Am 22. und 23. November 2019 fand im Gustav-Adolf-Werk Leipzig unter Mitwirkung unseres Instituts und des Vereins Evangelische Diaspora e. V. die überregionale Tagung zur Aufarbeitung der Geschichte des GAW in der Zeit des Nationalsozialismus statt.

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