Vorlesung/Vortrag am

Veranstaltungsort: Youtube und Zoom

Marco Frenschkowskis Beitrag zur Ringvorlesung der Theologischen Fakultät zu Verschwörungtheorien, ihrer Geschichte und Dynamik aus religionswissenschaftllicher Perspektive.

„Deutungsmacht in Krisenzeiten“, so lautet das übergreifende Thema der Ringvorlesung der Theologischen Fakultät im Sommersemester 2021, unter dem die Beiträge aus den theologischen Teildisziplinen sowie aus verschiedenen nichttheologischen Wissenschaften versammelt sind. Es dürfte plausibel sein, wenn von der Gegenwart als einer Krisenzeit gesprochen wird. Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Corona-Krise, weltweite Krise der Demokratie – jeder weiß, was damit gemeint ist. Allerdings: Wie diese Krisen einzuschätzen, zu deuten sind, wodurch sie letztlich ausgelöst wurden, ob sie zu verhindern gewesen wären und wie ihnen sachgerecht zu begegnen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Und weil es im Krisenfall um viel geht, weil, nicht zuletzt, auch ein erhöhter politischer Handlungsdruck besteht, deshalb werden die Kämpfe um die richtige Krisendeutung mit harten Bandagen geführt. Es kommt in Krisenzeiten zur Verschärfung und Polarisierung der öffentlichen Debatten. Und diese Deutungskämpfe sind immer auch Kämpfe um die Deutungsmacht, Kämpfe, an denen sich auch Populisten und Verschwörungstheoretiker gern beteiligen.

Der Leipziger Theologe und Neutestamentler Marco Frenschkowski spricht zum Thema „Wer beherrscht die Welt?“. Dabei bietet er „Eine religionswissenschaftliche Analyse von Verschwörungsdiskursen“ an. Es geht also um eine Behandlung der gerade gegenwärtig vielfach identifizierten Verschwörungstheorien in religionswissenschaftlicher Hinsicht. Den Ausgangspunkt von Frenschkowskis Überlegungen bildet die Feststellung, dass Verschwörungstheorien keineswegs immer falsch sein müssen. Wenn sie falsch sind, dann, weil sie nicht stimmen, aber nicht, weil es sich um Verschwörungstheorien handelt. Denn gerade die Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts war und ist ja voll von realen Verschwörungen, vertraulichen Absprachen und geheimen Bündnissen. Dennoch hat sich das Wort „Verschwörungstheorie“ im Journalismus neben „Rassismus“ zum beliebtesten pauschalen Delegitimierungslabel entwickelt. Zugleich sind zahlreiche Verschwörungstheorien ohne Frage wahnhaft und finden doch millionenfach Anhänger. Der Vortrag fragt anhand historischer Beispiele nach zumeist unbeachteten Facetten der Dynamik von Verschwörungsdiskursen, im Blick auf reale wie fiktive Verschwörungen.

Sie finden den Vortrag ab 19:30 Uhr auf dem Youtube-Kanal der Theologischen Fakultät. Im Anschluss wird es eine Live-Diskussion über Zoom geben.

Zoom-Informationen: Meeting-ID: 613 0313 7333 Kenncode: 610187

Erstellt von: Nicole Oesterreich