Vorlesung/Vortrag am

Veranstaltungsort: Youtube und Zoom

Gert Pickels Beitrag zur Ringvorlesung der Theologischen Fakultät zur Relevanz von Religionen für die Krisendeutungen in der gegenwärtigen Gesellschaft.

„Deutungsmacht in Krisenzeiten“, so lautet das übergreifende Thema der Ringvorlesung der Theologischen Fakultät im Sommersemester 2021, unter dem die Beiträge aus den theologischen Teildisziplinen sowie aus verschiedenen nichttheologischen Wissenschaften versammelt sind. Es dürfte plausibel sein, wenn von der Gegenwart als einer Krisenzeit gesprochen wird. Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Corona-Krise, weltweite Krise der Demokratie – jeder weiß, was damit gemeint ist. Allerdings: Wie diese Krisen einzuschätzen, zu deuten sind, wodurch sie letztlich ausgelöst wurden, ob sie zu verhindern gewesen wären und wie ihnen sachgerecht zu begegnen ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Und weil es im Krisenfall um viel geht, weil, nicht zuletzt, auch ein erhöhter politischer Handlungsdruck besteht, deshalb werden die Kämpfe um die richtige Krisendeutung mit harten Bandagen geführt. Es kommt in Krisenzeiten zur Verschärfung und Polarisierung der öffentlichen Debatten. Und diese Deutungskämpfe sind immer auch Kämpfe um die Deutungsmacht, Kämpfe, an denen sich auch Populisten und Verschwörungstheoretiker gern beteiligen.

Der Vortrag des Leipziger Religions- und Kirchensoziologen Gert Pickel, steht unter einer Frage. Sie lautet: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt in der Krise?“ Thematisiert werden näherhin, wie der Untertitel ausweist, „(Religiöse) Bezugspunkte für Krisendeutungen in der Gesellschaft“. Den Ausgangspunkt dieser Überlegungen bilden die allfälligen Klagen über den Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts, greifbar etwa in Überfremdungsangst, Rassismus oder schlicht in der Wahrnehmung einer zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft. Nun haben mache Klassiker der Religionssoziologie den Religionen eine verbindende, integrierende Kraft nachgesagt. Steht also, diese Frage legt sich nahe, der Verlust des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Zusammenhang mit Prozessen der Säkularisierung? Und: Lässt sich etwas darüber sagen, wie sich speziell der christliche Glaube gegenüber Populismus und wahnhaften Verschwörungstheorien verhält? – Es geht also insgesamt um die Relevanz von Religionen für die Krisendeutungen in der gegenwärtigen Gesellschaft.

Sie finden den Vortrag ab 19:15 Uhr auf dem Youtube-Kanal der Theologischen Fakultät. Im Anschluss wird es eine Live-Diskussion über Zoom geben.

Zoom-Informationen: Meeting-ID: 613 0313 7333 Kenncode: 610187

Erstellt von: Nicole Oesterreich