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Wie würde sich Martin Bubers "Ich und Du" lesen, wenn es von einer Frau geschrieben wäre? Anlässlich des 100. Jahrestags seines Hauptwerks lädt die Konferenz Wissenschaftlerinnen aus der ganzen Welt dazu ein, Buber aus verschiedenen philosophischen und disziplinären Perspektiven zu lesen. Ziel der Konferenz ist es, den vorwiegend männlichen Rezeptionskanon aufzubrechen und eine feministische Lesart von Bubers dialogischem Denken zu präsentieren.

Martin Bubers Philosophie wurde oft als "weiblich" attribuiert dargestellt. Ungeachtet dieser Zuschreibung wird Buber seit Generationen von der männlichen Perspektive aus rezipiert, die bis heute noch sein intellektuelles Erbe und den Interpretationskanon seiner Werke prägen. Dabei wurden die Erfahrungen, die spirituellen Empfindungen und die intellektuellen Ausdrucksformen von Frauen meist ausgeklammert. Die zunehmende Forderung nach einem neuen Bewusstsein für ein verkörpertes Denken und einer Reflexion der eigenen Positionalität macht daher die Präsenz von Frauenstimmen zu Bubers Werk unentbehrlich. Ausgehend vom dialogischen Prinzip wird dieses Defizit hinterfragt und so zur Sichtbarkeit von Frauen in der Buber-Forschung beigetragen.

Conference Organizer: Juniorprof. Yemima Hadad 

Veranstaltungsort: Universität Haifa

Keynote Speakers: Prof. Vivian Liska, Universitity of Antwerpen, Prof. Leora Batnitzky, Princeton University